mein Leben

Am Freitagabend dachte ich mir, dass ich am Samstag ganz früh Einkaufen gehen sollte. Punkt 8 Uhr stand ich vor dem Laden. Ich war aber nicht alleine. Doch die Anweisungen der Behörden schienen zu funktionieren. Alle Menschen standen in einer Reihe, mit einem Abstand von 2 Metern, vor dem Eingang. Doch dann kamen die Alten und jene, denen man ihre geistige Helligkeit vermutlich auch sonst nicht ansieht. Sie drängten zwischen die Abstände. Sie drängten direkt vor die noch geschlossene Schiebetüre zum Laden. Ich fühlte mich im falschen Film. Dann öffneten die Türen. Und ein Pulk an Menschen strömte in den Laden. Als ich vor der Migros stand, war ich auf Position 6 mit gebührendem Abstand. Jetzt war ich auf Position 35, eingequetscht in eine Menschenmasse. Im Laden pures Chaos. Ich habe selbst zu Nicht-Corona-Zeiten nie derart viele Menschen im Laden gesehen. 

In Wettingen wurden die Kärtchen-Verteiler fast überrannt. Von Dosiersystem nichts zu sehen. Die Menschen kamen mir wie hungrige Wölfe vor, welche sich das beste Stück sichern wollten. Der Stau zwischen Gemüse und Brot glich demjenigen auf dem Badener Schulhausplatz. Massnahmen werden umgesetzt, welche kein erkennbare Verbesserung haben. Und auch die Beschränkung der Anzahl von Menschen pro 10 Quadratmeter ist ein Witz, wenn morgens um 8 Uhr 100 Leute in den Laden drängen.

Was bringen Quadratmeterzahlen, wenn die Flächen der Gestelle mitgerechnet werden, die Gänge aber nur 1 Meter breit sind und sich die Leute dort auf den Füssen herumstehen?

Ich muss mich natürlich selber an der Nase nehmen. Einkaufen um 8 Uhr ist bescheuert. Da habe ich mir eine falsche Taktik ausgesucht. Und warum zum Teufel gehe ich eigentlich einkaufen? Mein Notvorrat reicht für mindestens 2 Monate. Und der Nüsslisalat im Garten beschert mir auch noch zwei Wochen lang frischen Salat.

Ich habe meine Leeren daraus gezogen.