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Ein Verbot für Feuerwerk

Eine Initiative aus dem Aargau fordert ein landesweites Verbot für Feuerwerk. Ich kann diese Initiative unterstützen.

Schweiz und Feuerwerk

Hauptsächlich am 1. August und an Silvester, aber auch in zunehmendem Ausmass aus privatem Anlass, hat ein Teil der Schweizer Bevölkerung viel Freude an den dreidimensional dynamischen farbigen Luftbildern von Feuerwerken. Auch das reine Detonierenlassen bereits an den Tagen vorher und nachher, sowie gerne und zunehmend hemmungslos auch tagsüber nimmt immer mehr zu.

Das damit verbundene lustige Knallen führt aber auch zu Gehör- und Lärmbelästigung. Die Balance zwischen Spass und Last ist nicht zuletzt eine Frage von Rücksicht und Toleranz.

Bezeichnend für die heutige Situation ist, dass nicht wenige Einheimische sich genötigt sehen, an ihrem Nationalfeiertag ins Ausland (!) zu flüchten.

1700 Tonnen Sprengstoff und Schwermetalle lassen die Schweizer alljährlich gen Himmel auffahren und als Lärm, Rauch, Russ und Abfall herniederkommen.

Die Besinnlichkeit bleibt auf der Strecke

Feuerwerk und Lärm

Während manche Menschen die lauten Knalleffekte von Feuerwerkskörpern als Unterhaltung empfinden, geht für die Tiere sprichwörtlich die Welt unter. Hunde, Katzen und Wildtiere nehmen den ohrenbetäubenden Lärm, den unbekannten Schwefelgeruch und die hellen Blitze mitunter als lebensbedrohliche Situation wahr. Feuerwerke versetzen die Tiere nicht nur in Panik und Todesangst, sondern können schnell zur tödlichen Gefahr werden. 

Ich habe es am 1. August wieder gesehen, als ein kleiner Schwarm Spatzen, welche auf einem Baum neben uns leben, wegen eines nachbarlichen Knallers panisch davongeflattert sind. Tiere haben keine Chance, sich vor dieser Knallerei zu schützen. Es ist ein respektloses Verhalten gegenüber unserer Tierwelt. Wer so etwas verharmlost und sagt, das sei ja nur an ein paar Tagen im Jahr der Fall ist ein grosser Egoist.

Die Knallerei ist auch für viele  Mensch äusserst unangenehm.

@pixabay

Feuerwerk und giftige Luft

Was die Augen erfreut, bekommt den Atemwegen weniger gut. Denn wo Feuerwerk gezündet wird, ist die  Feinstaubbelastung (PM10)  beträchtlich. Insbesondere bei kühleren Temperaturen und bei Inversionslagen (z.B. unter einer Hochnebeldecke) bleiben die Schwebepartikel lange in der Luft. Daten der Schweizer Luftmessstationen belegen, dass es in der Nähe von abbrennenden Raketen und Vulkanen hohe Feinstaubkonzentrationen gibt.

Medizinische Daten belegen, dass solche Zunahmen des Feinstaubgehalts für Menschen mit problematisch sein können. Älteren Personen und Personen mit chronischen Atemwegs- oder Herzkreislauferkrankungen werde durch das Feuerwerk grossen Belastungen ausgesetzt. Auch für gesunde Menschen ist der giftige Feinstaub ein grosses Risiko.

Jährlich werden in der Schweiz gemäss dem Bundesamt für Polizei fedpol rund1700 Tonnen Feuerwerkskörper verkauft werden (Durchschnitt der Jahre 2010-2019). Unter der Verpackung aus Holz, Karton, Kunststoffen oder Ton, sind in den Feuerwerkskörpern gesamthaft rund 400 Tonnen pyrotechnische Feuerwerkssätze enthalten. Diese bestehen neben Schwarzpulver auch aus farbgebenden Metallverbindungen. Beim Abbrennen entstehen daraus etwa 300 Tonnen Feinstaub. Als Niederschlag gelangt er auch in Böden und Gewässer. Feuerwerk hat einen recht grossen Anteil am jährlichen Feinstaub.

Auch an diesem 1. August konnte man Abends keine Fenster offen halten. Die Aussenluft stank stark nach Schwarzpulver und chemischen Metallverbindungen Verbindungen. Extrem unangenehm. Es führte soweit, dass wir den 1. August schlussendlich drinnen in der Wohnung feiern mussten.

Ein Trauerspiel

Feuerwerk und Abfall

Am Montag war ich mit einem Abfallsack unterwegs und habe einige Bereiche vom 1. August-Unrat befreit. Es wird wirklich alles liegengelassen. Der Abfallsack war sehr schnell voll. Sogar auf dem alten Friedhof neben den Gräbern verstorbener Personen wurden Knaller abgelassen. Und der ganze Abfall lag zwischen den Gräbern herum. Die Menschen haben keinerlei Respekt mehr. In verschiedenen Rasenflächen hatte es deutliche Brandspuren.

In der Schweiz bleiben tausende Tonnen Feuerwerks-Abfall liegen. In diesem Abfall befinden sich aber immer noch Reste des Schwarzpulvers und der chemischen Elemente. Beim nächsten Regen spült es diese Gifte in unsere Böden und verunreinigen unser Trinkwasser.

Feuerwerk – das Verbot

Das Verbot ist eine sehr strenge Massnahme. Der Initiant lässt hier aber Spielraum offen. So sollen zum Beispiel Feuerwerke der öffentlichen Hand möglich bleiben.

Mein Vorschlag für die Schweiz

Das Feuerwerk darf keine Böller / Knaller enthalten. Auf diese Weise könnten weiterhin Raketen aufsteigen oder Vulkane abbrennen. Das Abfeuern von Raketen soll aber auf zentrale Orte beschränkt werden. So kann gegen das Littering sowie auch gegen Waldbrände vorgegangen werden.

Vorschlag Wettingen

In Wettingen wären zum Beispiel der Rathausplatz, der Zentrumsplatz, die Zirkuswiese oder der Tägerhardparkplatz für das zentrale Abbrennen von (stillem) Feuerwerk geeignet.

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